Freunde von Sabeel Deutschland e.V.
Aktuelles
ERKLÄRUNG der FREUNDE VON SABEEL DEUTSCHLAND e.V. zum 70.Geburtstag des Staates Israel Wir sind eine Gruppe in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Sabeel ist eine weltweite ökumenische Bewegung von Christen - gegründet im Jahr 1990. Unser Zentrum ist in Ost-Jerusalem, also dem besetzten Teil der Stadt. Auch wir wünschen ganz Jerusalem und dem Staat Israel Gottes Segen und für die nächsten 70 Jahre. Die Anerkennung des Staates Israel hat Sabeel nie bestritten. Wir als Deutsche kennen unsere Geschichte mit dem Staat Israel und mit Juden in aller Welt. Wir tragen in einer ganz besonderen Weise Verantwortung für das, was zur Gründung des Staates Israel geführt hat. Wir tragen aber auch Mitverantwortung für das, was seit 1948 und seit 1967 geschehen ist. Was im Jahr 1948 begann, hat in 6 Tagen des Jahres 1967 eine Lage geschaffen, die für Millionen palästinensischer Nachbarn in wachsendem Maße eine Katastrophe - auf arabisch „Nakba“-durch harte militärische Besatzung geworden ist. Alle Welt kennt z.B. die illegalen jüdischen Siedlungen auf besetztem Land der Palästinenser. Als Freunde von Sabeel Deutschland können wir die verhängnisvollen Folgen der Gründung des Staates Israel nicht ausblenden. Wir hören und lesen, dass die Sicherheit Israels an erster Stelle steht.  Wir wissen auch, dass Palästinenser immer wieder mit Gewalt versucht haben, an den Grenzen zwischen Israel und Palästina zu rütteln, wie z.Zt. vom Gazastreifen aus. Aber die große Mehrzahl aller Palästinenser weiß, dass sie militärisch gegenüber Israel ein Zwerg sind. Wer dem Staat Israel zu seinem 70.Geburtstag ein kluges und gutes Geschenk machen möchte, muss an das Völkerrecht und die allgemeinen Menschenrechte erinnern. Wer Israel gratulieren möchte, muss Israel an seine eigenen Gesetze der Thora erinnern.  Wir tun das, indem wir aus einem immerwährenden Kalenderzitieren, den unsere Sabeel-Gruppe im Jahr 2015 mit dem Titel „RECHT STRÖME WIE WASSER“ veröffentlicht hat. Die folgenden Zitate sind an ihrem Kalendertag zu finden. Wir wünschen dem Staat Israel, dass er seine Versprechen hält:  „Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitigen Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.“ (2.Januar) Wir gratulieren einem Staat Israel, in dem Menschen kritisch nach Recht und Menschenrecht fragen:  „Wenn ich von Demokratie in Israel spreche, so schließe ich die besetzten Gebiete bewusst aus. Sie sind nicht Teil von Israel. Juristisch stehen sie unter Militärverwaltung und eine demokratische Militärverwaltung kann es nicht geben.“    Amos Oz (26. Januar) „Man kann nicht gegen Antisemitismus kämpfen und gleichzeitig ein anderes Volk unterdrücken.“    Roni Hammermann  (4.April) Wir wünschen Israel, dass es sich öffnet für die Fragen seiner palästinensischen Mitbürger und Mitbürgerinnen: „Warum soll der Preis für die Ermächtigung der Juden nach dem Holocaust den Staat Israel errichten zu dürfen, die Unterdrückung und das Elend der Palästinenser sein?“     Naim Stifan Ateek  (20.April) Wir gratulieren Israel zu Bürgern, die an die Treue gegenüber Gott erinnern: „Vorbildliches Verhalten Israels ist eine Heiligung des Namens Gottes...  schändliches Verhalten ist eine Verleugnung des Namens Gott. Gottes Name wird geheiligt durch die Achtung vor dem Wert des Menschen.“ Rabbiner für Menschenrechte (9. Januar) „Die Thora verlangt von uns: Der Gerechtigkeit sollst Du nachjagen (Deuteronomium 16, 20). Als Rabbiner für Menschenrecht in Israel wissen wir uns dem Grundsatz der Gerechtigkeit gegenüber allen Geschöpfen verpflichtet, wie es in der Thora festgelegt und in der Unabhängigkeitserklärung Israels ausgeführt ist. Rabbiner für Menschenrechte (27. August)                                                    In diesem Geist wünschen wir allen Menschen in Israel „viel Glück und viel Segen auf all seinen Wegen...“ Es wird kein Frieden geben, solange Scharfschützen für die Sicherheit sorgen müssen. Es wird keinen Frieden geben können, solange das Unrecht regiert und Völkerrecht gebrochen wird. Wer das am 70.Geburtstag des Staates Israel verschweigt, oder gar als „antisemitisch“ abtun möchte, tut Israelis und Palästinensern keinen Gefallen. Stuttgart am 30.April 2018 Quelle „Recht ströme wie Wasser,“ Gedanken für jeden Tag des Jahres. Aphorisma Verlag Berlin